Stabile Umsatzentwicklung in schwierigem Umfeld

2. August 2011

 

 

  • Umsatz steigt im 1. Halbjahr um 0,1% auf 31,3 Mrd. €; Umsatz im 2. Quartal wächst um 0,2% auf 15,7 Mrd. €
  • EBIT vor Sonderfaktoren erreicht 452 Mio. € (H1 2010: 470 Mio. €)
  • Metro Cash & Carry im 2. Quartal in allen Regionen mit flächenbereinigtem Umsatzwachstum
  • Real steigert im 2. Quartal flächenbereinigten Umsatz und Ergebnis
  • Media-Saturn reagiert auf Umsatz- und Ergebnisrückgang mit Beschleunigung der strategischen Neuausrichtung
  • Ergebnisprognose 2011 bestätigt; Umsatz nunmehr über Vorjahr erwartet

Die METRO GROUP hat ihren Umsatz im ersten Halbjahr 2011 um 0,1% auf 31,3 Mrd. € leicht gesteigert (in Landeswährung: +0,2%). Das betriebliche Ergebnis (EBIT) vor Sonderfaktoren blieb mit 452 Mio. € unter dem hohen Vorjahresniveau zurück. Dabei war das Geschäft im 1. Halbjahr 2011 durch verschiedene Faktoren beeinträchtigt. Die anhaltende Schuldenkrise in Europa sowie höhere Preise bei Lebensmitteln und Energie belasteten das Konsumklima. "Trotz widriger Umstände hat sich die METRO GROUP gut behauptet", sagte der Vorstandsvorsitzende der METRO AG, Dr. Eckhard Cordes. "Während Metro Cash & Carry, Real und Galeria Kaufhof ihren Ertrag trotz des schwierigen Marktumfeldes sogar steigern konnten, litt Media-Saturn besonders unter der Kaufzurückhaltung bei Unterhaltungselektronik im stationären Geschäft." Das Unternehmen musste einen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis hinnehmen. "Wir werden die Herausforderungen bei Media-Saturn nun mit Nachdruck angehen und die strategische Neuausrichtung im Hinblick auf das Online-Geschäft beschleunigen", sagte Cordes. "Ich erwarte für das zweite Halbjahr, dass Umsatz und Ergebnis von Media-Saturn wieder deutlich anziehen."

Im 2. Quartal 2011 profitierte der Umsatz der METRO GROUP von der Verschiebung des Ostergeschäfts und stieg um 0,2% auf 15,7 Mrd. € (in Landeswährung: +1,0%).

In Deutschland sank der Umsatz im 1. Halbjahr 2011 um 1,7%. Bei Media-Saturn lag der Umsatz deutlich unter dem Vorjahresniveau, auch aufgrund fehlender sportlicher Großereignisse. Die Berichterstattung über die EHEC-Vorfälle und die offiziellen Warnhinweise führten zudem bei Metro Cash & Carry und Real im Mai zu einem deutlichen Umsatzrückgang bei Obst und Gemüse. Dennoch lag der Deutschlandumsatz im 2. Quartal, bereinigt um Standortverwertungen und Desinvestitionen, leicht über dem Niveau des Vorjahres.

Der Umsatz im internationalen Geschäft stieg im 1. Halbjahr 2011 um 1,3% auf 19,3 Mrd. € (in Landeswährung: +1,4%). Der internationale Umsatzanteil stieg von 61,0% auf 61,7%. Im 2. Quartal legte der Umsatz um 0,9% zu (in Landeswährung: +2,1%). In Westeuropa verminderte sich der Umsatz im 1. Halbjahr 2011 um 1,7% auf 9,8 Mrd. €. Im 2. Quartal verbesserte sich der Trend auch aufgrund der Osterverschiebung leicht und der Umsatz sank um 1,4% auf 5,0 Mrd. €. Der Umsatz in Osteuropa wuchs im 1. Halbjahr 2011 um 2,9% auf 8,0 Mrd. €. Im 2. Quartal verbesserte sich der Umsatz um 3,2% auf 4,2 Mrd. €. Dies ist der höchste Zuwachs seit dem 1. Quartal 2009. Die Region Asien/Afrika ist weiterhin die am schnellsten wachsende Region. Der Umsatz stieg im 1. Halbjahr 2011 deutlich um 14,3% auf 1,5 Mrd. €. Im 2. Quartal legte der Umsatz um 4,7% auf 0,6 Mrd. € zu und wurde durch negative Wechselkurseffekte belastet. In Landeswährung stieg der Umsatz weiterhin dynamisch um 15,7%.

Das EBIT vor Sonderfaktoren sank im 1. Halbjahr von 470 Mio. € auf 452 Mio. €. Nach Sonderfaktoren stieg das EBIT jedoch um 42 Mio. € auf 410 Mio. € (H1 2010: 369 Mio. €).

Das Ergebnis vor Steuern belief sich bereinigt um Sonderfaktoren im 1. Halbjahr auf 129 Mio. € (H1 2010: 193 Mio. €). Nach Sonderfaktoren erreichte das Ergebnis vor Steuern einen Betrag von 87 Mio. € (H1 2010: 92 Mio. €).

Das Periodenergebnis vor Sonderfaktoren erreichte im 1. Halbjahr 2011 83 Mio. € (H1 2010: 127 Mio. €). Nach Sonderfaktoren sank das Periodenergebnis von 59 Mio. € auf 54 Mio. €. Das den Anteilseignern der METRO AG zuzurechnende Periodenergebnis (nach Sonderfaktoren) stieg auf 37 Mio. € nach 27 Mio. € im Vorjahreszeitraum.

Das Ergebnis je Aktie vor Sonderfaktoren sank von 0,29 € auf 0,20 €. Nach Sonderfaktoren stieg das Ergebnis je Aktie auf 0,11 € nach 0,08 € im 1. Halbjahr 2010.

 

METRO GROUP H1 2010
(in Mrd. €)
H1 2011
(in Mrd. €)
Veränderung Veränderung in Landeswährung
Umsatz 31,2 31,3 0,1% 0,2%
Deutschland 12,2 12,0 -1,7% -1,7%
Westeuropa (ohne D) 10,0 9,8 -1,7% -2,3%
Osteuropa 7,8 8,0 2,9% 3,5%
Asien/Afrika 1,3 1,5 14,3% 17,7%
EBIT (vor Sonderfaktoren) 470 Mio. 452 Mio. -3,7  

Die Eigenkapitalquote stieg gegenüber dem Jahresende deutlich von 18,4% auf 19,4%.

Ausblick

Für das Geschäftsjahr 2011 ändert die METRO GROUP ihre Umsatzprognose. Zwar hat sich die Wirtschaft weiter erholt, aber die anhaltenden Sorgen um die Schuldenkrise in Europa belasten das Verbrauchervertrauen deutlich. Angesichts dieses schwierigen und volatilen Marktumfelds gehen wir nunmehr - bereinigt um Portfolioänderungen - von einem Umsatz über dem Vorjahresniveau aus (bisher: >4%). Weiterhin wird unterstellt, dass die fiskalpolitischen Maßnahmen zur Stabilisierung der öffentlichen Haushalte in den umsatzstarken Märkten weitestgehend implementiert wurden.

Die METRO GROUP geht unverändert davon aus, ein Ergebniswachstum vor Sonderfaktoren um rund 10% erreichen zu können (Basis: EBIT vor Sonderfaktoren 2010: 2.415 Mio. €). Dabei hat sich zuletzt das Chancen-Risiko-Profil nachteilig verändert. Dies ist insbesondere auf den deutlichen Ergebnisrückgang von Media Markt und Saturn im 2. Quartal zurückzuführen. Die METRO GROUP geht davon aus, dass die bei Media-Saturn eingeleiteten Ergebnissicherungsmaßnahmen im 2. Halbjahr und hier insbesondere im 4. Quartal ihre positive Wirkung entfalten werden. Darüber hinaus hängt das Erreichen des Ergebnisziels von der weiteren Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie der Möglichkeit ab, Preissteigerungen auf der Beschaffungsseite kompensieren zu können.

Entwicklung der Geschäftssegmente

Metro Cash & Carry im 2. Quartal in allen Regionen mit flächenbereinigtem Umsatzwachstum

Der Umsatz von Metro Cash & Carry stieg im 1. Halbjahr 2011 um 1,3% auf 14,8 Mrd. € (in Landeswährung: +1,7%). Das Umsatzwachstum wurde gegenüber dem Vorjahreshalbjahr durch den Marktaustritt aus Marokko beeinträchtigt. Bereinigt um den Umsatz in Marokko (H1 2010: 102 Mio. €) betrug das Umsatzwachstum 2,0%. Der Umsatzanteil der Eigenmarken stieg deutlich auf 15,2% (H1 2010: 12,7%). Außerdem setzte sich das dynamische Wachstum im Liefergeschäft weiter fort; der Lieferumsatz erreichte 733 Mio. € (H1 2010: 503 Mio. €). Im 2. Quartal 2011 entwickelte sich der Umsatz auch durch das Ostergeschäft besser als im 1. Quartal und stieg um 1,4% (in Landeswährung: +3,0%).

In Deutschland ging der Umsatz im 1. Halbjahr 2011 im Wesentlichen aufgrund von sieben Standortabgaben um 3,3% auf 2,4 Mrd. € zurück. Flächenbereinigt lag der Umsatz auf dem Niveau des Vorjahreshalbjahrs. Das margenschwache Geschäft mit Tabakwaren und Telefonkarten wurde weiter reduziert. Bereinigt um diese Warengruppen stieg der flächenbereinigte Umsatz deutlich um 2,3%. Im 2. Quartal entwickelte sich der Umsatz vor allem bedingt durch das Ostergeschäft deutlich besser als im 1. Quartal. Flächenbereinigt stieg der Umsatz um 1,9%. Bereinigt um Tabakwaren und Telefonkarten wuchs der flächenbereinigte Umsatz sogar um 4,3%. Als offizieller Lieferant für den Eurovision Song Contest in Düsseldorf hat sich Metro Cash & Carry Deutschland einer breiten Öffentlichkeit als Profi für Gastronomie- und Cateringlösungen präsentiert. Zudem konnte sich Metro Cash & Carry während der Bewerbungsphase für die Olympischen Winterspiele 2018 auf zahlreichen offiziellen Veranstaltungen positionieren.

Der internationale Anteil am Umsatz stieg im 1. Halbjahr 2011 von 82,7% auf 83,5%. In Westeuropa ging der Umsatz im 1. Halbjahr 2011 leicht um 0,7% auf 5,6 Mrd. € zurück (in Landeswährung: -0,8%). Das 2. Quartal 2011 zeigte dabei auch aufgrund des Ostergeschäfts eine Trendverbesserung; der Umsatz legte erstmals seit dem 3. Quartal 2008 wieder zu.

In Osteuropa wuchs der Umsatz im 1. Halbjahr 2011 kräftig um 3,5% auf 5,4 Mrd. € (in Landeswährung: +4,0%). Das 2. Quartal zeigte eine deutliche Trendverbesserung, der Umsatz legte um 4,0% auf 2,9 Mrd. € zu. Während die Umsatzentwicklung in Rumänien und Griechenland weiterhin von den schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen belastet war, stieg der flächenbereinigte Umsatz in Russland, der Ukraine und Kasachstan deutlich.

Der Umsatz in Asien/Afrika wuchs im 1. Halbjahr 2011 um 10,7% auf 1,3 Mrd. € (in Landeswährung: +14,3%). Dabei wurde der Marktaustritt aus Marokko von einem starken Umsatzwachstum in Asien deutlich überkompensiert. In allen Ländern lag die Wachstumsrate im zweistelligen Bereich. Im 2. Quartal setzte sich die hohe Dynamik des 1. Quartals weiter fort. Alle Länder konnten in Landeswährung zweistellig zulegen.

Das EBIT vor Sonderfaktoren erreichte 293 Mio. € nach 270 Mio. € im Vorjahreshalbjahr. Der Ergebnisanstieg beruht vor allem auf Margenverbesserungen im Rahmen von Shape 2012. Auch nach Sonderfaktoren stieg das EBIT deutlich um 63 Mio. € auf 273 Mio. €.

Metro Cash & Carry eröffnete im 1. Halbjahr 2011 fünf neue Märkte, darunter auch in den Wachstumsländern Türkei, Russland und China. Für 2012 ist die Eröffnung des ersten Marktes von Metro Cash & Carry in Indonesien geplant.

 

Metro Cash & Carry H1 2010
(in Mrd. €)
H1 2011
(in Mrd. €)
Veränderung Veränderung in Landeswährung
Umsatz 14,6 14,8 1,3% 1,7%
Deutschland 2,5 2,4 -3,3% -3,3%
Westeuropa (ohne D) 5,7 5,6 -0,7% -0,8%
Osteuropa 5,3 5,4 3,5% 4,0%
Asien/Afrika 1,2 1,3 10,7% 14,3%
EBIT (vor Sonderfaktoren) 270 Mio. 293 Mio. 8,3%  

Real steigert im 2. Quartal flächenbereinigten Umsatz und Ergebnis

Der Umsatz von Real sank im 1. Halbjahr 2011 auch bedingt durch Standortabgaben um 1,7% auf 5,4 Mrd. € (in Landeswährung: -1,5%). Das 2. Quartal entwickelte sich auch aufgrund des Ostergeschäfts und positiver Preiseffekte besser als das Vorjahresquartal. Der Umsatz stieg im 2. Quartal um 0,2% auf 2,8 Mrd. €. Flächenbereinigt wuchs der Umsatz sogar um 1,6%.

In Deutschland verringerte sich der Umsatz im 1. Halbjahr 2011 durch acht Standortabgaben gegenüber dem Vorjahreshalbjahr um 1,6% auf 4,0 Mrd. €. Flächenbereinigt stieg der Umsatz jedoch um 0,4%. Der Anteil der Eigenmarken am Lebensmittelumsatz erreichte 16,4% (H1 2010: 16,1%). Das 2. Quartal profitierte vom Ostergeschäft. Im Mai führte die Angst vor EHEC zu einer Kaufzurückhaltung bei Obst und Gemüse. Dennoch konnte Real, auch aufgrund einer gestiegenen Kundenfrequenz, den flächenbereinigten Umsatz um 3,1% steigern. Weiterhin erfolgreich entwickelte sich der Real Onlineshop. Das Sortiment umfasst nun mehr als 9.000 Artikel. Im 2. Quartal 2011 betrug der Umsatz bereits 6 Mio. € bei einem Durchschnittsbon von über 130 €.

Der Umsatz in Osteuropa ging im 1. Halbjahr 2011 um 1,9% auf 1,4 Mrd. € zurück. Während die Verbraucherstimmung in Rumänien und Polen nach wie vor durch die Folgen der Finanzkrise beeinträchtigt war, zeigten Russland und die Ukraine erneut ein zweistelliges flächenbereinigtes Wachstum. Im 2. Quartal konnte eine bessere Umsatzentwicklung als im 1. Quartal erzielt werden. Der Umsatz sank in lokaler Währung nur leicht um 0,5%.

Das EBIT vor Sonderfaktoren verbesserte sich um 15 Mio. € auf -11 Mio. € (H1 2010: -26 Mio. €). Auch nach Sonderfaktoren verbesserte sich das EBIT um 31 Mio. € auf -11 Mio. € (H1 2010: -42 Mio. €). Dabei zeigte das 2. Quartal auch bedingt durch die Osterverschiebung eine sehr positive Ergebnisentwicklung.

 

Real H1 2010
(in Mrd. €)
H1 2011
(in Mrd. €)
Veränderung Veränderung in Landeswährung
Umsatz 5,5 5,4 -1,7% -1,5%
Deutschland 4,0 4,0 -1,6% -1,6%
Osteuropa 1,5 1,4 -1,9% -1,3%
EBIT (vor Sonderfaktoren) -26 Mio. -11 Mio. 56,8%  

Media-Saturn beschleunigt strategische Neuausrichtung

Der Umsatz von Media-Saturn sank im 1. Halbjahr 2011 um 0,5% auf 9,3 Mrd. €. Dabei zeigte das 2. Quartal eine schlechtere Entwicklung als das 1. Quartal. Dies ist insbesondere durch das hohe Umsatzniveau im Vorjahr bedingt, das durch die Fußballweltmeisterschaft begünstigt war. Zum anderen leidet die Unterhaltungselektronikbranche derzeit unter fehlenden Produktinnovationen.

Vor dem Hintergrund des Umsatzrückgangs wird die strategische Neuausrichtung von Media-Saturn forciert. "Wir haben uns in den vergangenen Monaten sehr intensiv mit den Herausforderungen und Chancen des Online-Geschäfts beschäftigt. Die zügige Umsetzung der Strategie hat jetzt höchste Priorität", sagte Cordes. Die neue Unternehmensstrategie basiert auf der Verzahnung von stationärem und Online-Geschäft und soll die Grundlage für weiteres Wachstum bilden. Für das Jahr 2015 werden fünf Milliarden Euro Umsatz im Online-Bereich angestrebt. Dabei wird neben den starken Marken Media Markt und Saturn auch Redcoon als einer der führenden europäischen Online-Händler eine gewichtige Rolle spielen. Das Online-Wachstum soll dabei auch durch weitere Akquisitionen beschleunigt werden. Kernelemente der Neuausrichtung des Unternehmens sind darüber hinaus die Themenbereiche Preis- und Kostenführerschaft.

In Deutschland ging der Umsatz im 1. Halbjahr 2011 leicht um 0,4% auf 4,1 Mrd. € zurück. Im 2. Quartal 2011 sank der Umsatz um 3,0%, nachdem im Vorjahresquartal die Fußballweltmeisterschaft für zusätzliche Verkäufe bei Fernsehgeräten und Zubehör sorgte. Das Geschäft litt unter der Kaufzurückhaltung der Kunden. Noch in diesem Jahr wird Media-Saturn mit den beiden weiteren Eigenmarken PEAQ und isy starten. Das Sortiment von PEAQ umfasst hochwertige Produkte der Unterhaltungselektronik und wird preislich knapp unterhalb der vergleichbaren A-Marken liegen. Unter dem Namen isy bietet Media-Saturn ein breites Sortiment an Zubehör, das in Qualität und Design mit den klassischen Marken vergleichbar ist.

In Westeuropa ging der Umsatz im 1. Halbjahr 2011 um 3,1% auf 4,0 Mrd. € zurück. Das schwierige konjunkturelle Umfeld sowie die hohe Vorjahresbasis führten ebenfalls zu einem spürbaren Umsatzrückgang. In Frankreich war der Umsatz im Zuge der Veräußerung des Geschäfts deutlich rückläufig. Das 2. Quartal zeigte in Westeuropa eine leichte Trendverbesserung gegenüber dem 1. Quartal. Die französische Kartellbehörde genehmigte im Juni den Verkauf der 35 Saturn-Märkte in Frankreich an die HTM Group. Die Entkonsolidierung erfolgte zum 30. Juni 2011.

In Osteuropa stieg der Umsatz im 1. Halbjahr 2011 um 6,5%. Flächenbereinigt war der Umsatz jedoch aufgrund der anhaltenden Kaufzurückhaltung der Konsumenten rückläufig. Das 2. Quartal zeigte hingegen gegenüber dem 1. Quartal insgesamt eine Trendverbesserung. Während in Polen der flächenbereinigte Umsatz weiterhin rückläufig war, entwickelte sich der Umsatz auf vergleichbarer Fläche in Russland und der Türkei sehr erfreulich.

In Asien betrug der Umsatz im 1. Halbjahr 2011 39 Mio. €. Davon wurden 21 Mio. € im 2. Quartal erzielt. Im Juni wurde der dritte Markt in Shanghai eröffnet. Die Kundenresonanz entwickelte sich weiterhin sehr positiv.

Das EBIT vor Sonderfaktoren erreichte 22 Mio. € (H1 2010: 123 Mio. €). Nach Sonderfaktoren sank das EBIT auf 29 Mio. € (H1 2010: 118 Mio. €). Im 2. Quartal sank das EBIT vor Sonderfaktoren von 41 Mio. € auf -44 Mio. €. Der starke flächenbereinigte Umsatzrückgang, insbesondere in Deutschland, sowie eine Schärfung des Preisprofils im Rahmen der strategischen Neuausrichtung trugen wesentlich zu diesem deutlichen Ergebnisrückgang bei. Zudem belasteten höhere operative Verluste aus Frankreich, Anlaufverluste aus China sowie höhere Kosten in Verbindung mit der weiteren Umsetzung der Multikanal-Strategie das Ergebnis.

 

Media-Saturn H1 2010
(in Mrd. €)
H1 2011
(in Mrd. €)
Veränderung Veränderung in Landeswährung
Umsatz 9,3 9,3 -0,5% -1,0%
Deutschland 4,2 4,1 -0,4% -0,4%
Westeuropa (ohne D) 4,2 4,0 -3,1% -4,6%
Osteuropa 1,0 1,1 6,5% 7,4%
Asien 0 39 Mio. € - -
EBIT (vor Sonderfaktoren) 123 Mio. 22 Mio. -81,8%  

Galeria Kaufhof setzt Lokalisierungsstrategie fort

Der Umsatz von Galeria Kaufhof ging im 1. Halbjahr um 1,8% auf 1,6 Mrd. € zurück. Flächenbereinigt sank der Umsatz jedoch nur um 1,0%. In Deutschland verminderte sich der Umsatz im 1. Halbjahr um 2,4% auf 1,4 Mrd. € (flächenbereinigt: -1,4%). Dabei zeigte das 2. Quartal aufgrund des Ostereffekts eine bessere Entwicklung als das 1. Quartal. Galeria Kaufhof kündigte an, vier Standorte mit Auslaufen der Mietverträge im kommenden Jahr zu schließen. Um die Attraktivität der bestehenden Standorte zu erhöhen, wurden im 1. Halbjahr 2011 insgesamt 17 Filialen umfangreich renoviert. Galeria Kaufhof führte zudem die individuelle Ausrichtung ihrer Filialen an den lokalen Kundenbedürfnissen fort. In Westeuropa legte der Umsatz im 1. Halbjahr 2011 deutlich um 3,8% auf 0,2 Mrd. € zu. Dabei profitierte das Geschäft weiterhin von einer guten Entwicklung bei Textilien.

Das EBIT vor Sonderfaktoren verbesserte sich im 1. Halbjahr 2011 auf -31 Mio. € (H1 2010: -34 Mio. €). Hierfür war vor allem das 2. Quartal verantwortlich, in dem sich das Ergebnis deutlich um 11 Mio. € auf -4 Mio. € verbesserte. Nach Sonderfaktoren liegt das EBIT bei -42 Mio. € (H1 2010: -34 Mio. €).

Galeria Kaufhof H1 2010
(in Mrd. €)
H1 2011
(in Mrd. €)
Veränderung
Umsatz 1,6 1,6 -1,8%
Deutschland 1,4 1,4 -2,4%
Westeuropa (ohne D) 0,2 0,2 3,8%
EBIT (vor Sonderfaktoren) -34 Mio. -31 Mio. 9,6%

Immobilien

Das Segment Immobilien umfasst die Immobilien der METRO GROUP sowie immobiliennahe Dienstleistungen. Zum 30. Juni 2011 befanden sich 693 Standorte im Eigentum der METRO GROUP (31.12.2010: 688). Das Ergebnis besteht im Wesentlichen aus Erträgen von Mietverhältnissen mit den Vertriebslinien der METRO GROUP. Das EBIT vor Sonderfaktoren stieg auf 274 Mio. € (H1 2010: 270 Mio. €). Nach Sonderfaktoren erreichte das EBIT 268 Mio. € nach 269 Mio. € im Vorjahr.

Geschäftszahlen 2. Quartal 2010

Umsatz Q2 2010
(in Mrd. €)
Q2 2011
(in Mrd. €)
Veränderung Veränderung in Landeswährung
METRO GROUP 15,7 15,7 0,2% 1,0%
Metro Cash & Carry 7,7 7,8 1,4% 3,0%
Real 2,8 2,8 0,2% 0,6%
Media-Saturn 4,4 4,3 -1,9% -2,2%
Galeria Kaufhof 0,8 0,8 1,3% -
EBIT vor Sonderfaktoren Q2 2010
(in Mio. €)
Q2 2011
(in Mio. €)
Veränderung
METRO GROUP 334 306 -8,0%
Metro Cash & Carry 245 262 6,9%
Real -2 12 -
Media-Saturn 41 -44 -
Galeria Kaufhof -15 -4 74,7%
Immobilien 132 138 4,0%
Die METRO GROUP zählt zu den bedeutendsten internationalen Handelsunternehmen. Sie erzielte im Jahr 2010 einen Umsatz von rund 67 Mrd. €. Das Unternehmen ist in 33 Ländern an über 2.100 Standorten tätig und beschäftigt rund 280.000 Mitarbeiter. Die Leistungsfähigkeit der METRO GROUP basiert auf der Stärke ihrer Vertriebsmarken, die selbstständig am Markt agieren: Metro/Makro Cash & Carry - international führend im Selbstbedienungsgroßhandel, Real-SB-Warenhäuser, Media Markt und Saturn - europäischer Marktführer im Bereich Elektrofachmärkte, sowie Galeria Kaufhof Warenhäuser.