METRO GROUP behauptet sich in schwierigem Umfeld

20. März 2012

  • EBIT vor Sonderfaktoren im Rahmen der Erwartungen (2,37 Mrd. €; -1,8%); Umsatz verringert sich um 0,8% auf 66,7 Mrd. €
  • Stabile Dividende von 1,35 € pro Stammaktie vorgeschlagen
  • Konzernstrategie: Stärkeres Wachstum auf vergleichbarer Fläche angestrebt; Metro Cash & Carry erhält neue Management-Struktur
  • Prognose 2012: Umsatzsteigerung erwartet, Ergebnis etwa auf Vorjahresniveau
  • Änderung des Geschäftsjahrs vom 1. Oktober bis 30. September ab 2013 vorgeschlagen

Die METRO GROUP hat sich im Geschäftsjahr 2011, das durch außerordentliche wirtschaftliche Entwicklungen stark beeinträchtigt war, gut behauptet. Der Konzernumsatz sank leicht um 0,8% auf 66,7 Mrd. €, in Landes­währung aber nur um 0,2%. Insbesondere die  Staatsschulden­krise, eine hohe Arbeitslosigkeit und Sparprogramme in vielen Ländern Europas haben zu einer Kaufzurückhaltung bei den Kunden geführt. Das EBIT vor Sonderfaktoren erreichte 2,37 Mrd. € (-1,8%) und lag damit im Rahmen der Erwartungen. "Die volkswirt­schaftlichen Rahmenbedingungen haben sich in vielen Ländern spürbar schlechter als 2010 entwickelt. Dennoch ist es uns gelungen, Konzernumsatz und EBIT vor Sonderfaktoren nahezu auf dem Niveau des Vorjahres zu halten", sagte Olaf Koch, Vorstands­vorsitzender der METRO AG. Der Hauptversammlung wird daher eine unverändert hohe Dividende von 1,35 € pro Stammaktie vorgeschlagen. 

Der neu zusammengesetzte Vorstand stellte auf der Bilanzpressekonferenz zudem seine strategischen Schwerpunkte für die METRO GROUP vor. "Wir haben unsere Kostenziele mit Shape 2012 erreicht, sehen aber noch viel Potenzial bei der Produktivität", so Koch. "Was wir jetzt tun müssen, ist unsere Relevanz als Händler für den Kunden zu steigern. Wir müssen unser Leistungsprofil weiter schärfen und werden in neue Kompetenzen und Angebote investieren." Damit soll auch nach dem Auslaufen des Effizienz- und Wertsteigerungs­programms Shape 2012 zum Ende des Jahres die Produktivität der Vertriebslinien weiter gesteigert werden. Neben fortgesetztem Wachstum durch Expansion will der Konzern dafür insbesondere das Umsatzwachstum auf vergleichbarer Fläche stärken. 

Besondere Aufmerksamkeit bei der Umsetzung der strategischen Schwerpunkte erhalten die beiden umsatz- und ertragsstärksten Vertriebslinien Metro Cash & Carry und Media-Saturn. Metro Cash & Carry hat bereits seine Management-Strukturen neu geordnet. Die bisher getrennten Business Units "Europe & MENA" sowie "Asia, CIS & New Markets" wurden unter der Leitung von Frans Muller, Vorstandsmitglied der METRO AG, zusammengeführt. Zugleich wurden die regionalen Zuständigkeiten neu geordnet. Muller übernimmt die direkte Verantwortung für die Kernländer China, Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Russland, Spanien und Türkei, in denen Metro Cash & Carry rund zwei Drittel des Umsatzes erzielt. Die 22 weiteren Länder von Metro Cash & Carry werden über drei regionale Management-Teams gesteuert. 

Desweiteren werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 23. Mai 2012 vorschlagen, das Geschäftsjahr der METRO GROUP, das derzeit dem Kalenderjahr entspricht, zu ändern. Das neue Geschäftsjahr soll ab 2013 jeweils vom 1. Oktober bis zum 30. September dauern. Dementsprechend würde einmalig ein Rumpfgeschäftsjahr für den Zeitraum vom 1. Januar 2013 bis zum 30. September 2013 entstehen. Durch diese Änderung soll das wichtige Weihnachtsgeschäft von Beeinträchtigungen durch Stichtags­inventuren oder Planungsarbeiten für das kommende Geschäftsjahr entkoppelt werden. Zudem wird durch die Umstellung bereits im ersten Quartal eine höhere Planungsqualität für das Gesamtjahr angestrebt. 

Geschäftsentwicklung 2011

Im Geschäftsjahr 2011 ging der Konzernumsatz der METRO GROUP um 0,8% auf 66,7 Mrd. € zurück. Hier machte sich neben der Entwicklung der Wechselkurse auch das enttäuschende Weihnachtsgeschäft bemerkbar. In Landeswährung erreichte der Umsatz nahezu das hohe Vorjahresniveau (-0,2%). In Deutschland ging der Umsatz um 1,0% auf 25,9 Mrd. € zurück und wurde von Standortabgaben bei Metro Cash & Carry und Real beeinträchtigt. Im internationalen Geschäft verringerte sich der Umsatz um 0,7% auf 40,8 Mrd. €, in Landeswährung hingegen stieg der Umsatz um 0,4%. Der internationale Umsatzanteil erhöhte sich leicht von 61,1% auf 61,2%. In Westeuropa ging der Umsatz um 3,1% auf 20,9 Mrd. € (in Landeswährung -3,6%) zurück. Dabei wirkte sich der Verkauf des französischen Geschäfts von Media-Saturn negativ auf die Entwicklung aus. In Osteuropa stieg der Umsatz um 0,4% auf 16,9 Mrd. € (in Landeswährung +3,3%). In Asien/Afrika wuchs der Umsatz trotz der Veräußerung von Metro Cash & Carry Marokko weiterhin sehr dynamisch. Er legte um 11,2% auf 3,0 Mrd. € (in Landeswährung +14,3%) zu. 

Das betriebliche Ergebnis (EBIT) vor Sonderfaktoren sank um 43 Mio. € auf 2.372 Mio. € (-1,8%). Das Periodenergebnis vor Sonderfaktoren sank um 160 Mio. € auf 979 Mio. €. Nach Abzug der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter verbleibt ein auf die Aktionäre der METRO AG entfallender Konzerngewinn vor Sonderfaktoren von 859 Mio. € (Vorjahr 1.019 Mio. €). Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Haupt­versammlung am 23. Mai 2012 vor, für das Geschäftsjahr 2011 eine unverändert hohe Dividende von 1,35 € je Stammaktie und 1,485 € je Vorzugsaktie auszuschütten.

   Vor Sonderfaktoren Nach Sonderfaktoren 
Ergebnis METRO GROUP (in Mio. €)  2010  2011  2012  2013 
EBIT 2.415  2.372  2.211 2.113 
Ergebnis vor Steuern  1.834  1.732  1.630  1.473 
Periodenergebnis 1.139  979  936  741 
Den Anteilseignem der METRO AG zurechnendes Periodenergebnis  1.019  859  850  631 
Ergebnis je Aktie  3,12 €  2,63 €  2,60 €  1,93 € 

Ausblick

Die anhaltend schwierige volkswirtschaftliche Lage und der rückläufige Preisanstieg werden die Umsatzentwicklung 2012 voraussichtlich belasten. Dem gegenüber steht eine Vielzahl von Maßnahmen in allen Vertriebslinien, die Umsatzsteigerungen insbesondere auf vergleichbarer Fläche zum Ziel haben. Die METRO GROUP erwartet daher für das Jahr 2012 einen Umsatzanstieg. Im Zuge einer wirtschaftlichen Erholung rechnet der Konzern auch 2013 mit einer Fortsetzung der positiven Umsatzentwicklung. 

Die Ergebnisentwicklung wird 2012 von der anhaltend schwierigen volkswirtschaftlichen Lage gedämpft. Das Unternehmen wird auch 2012 in seine Wettbewerbsfähigkeit investieren, was sowohl Produktivitätsmaßnahmen aus dem Shape-Programm als auch gezielte Preisinvestitionen umfasst. Ferner soll die Basis für eine Beschleunigung der Expansionstätigkeiten gelegt werden, was wiederum mit zusätzlichen Kosten verbunden ist. Beim EBIT vor Sonderfaktoren rechnet die METRO GROUP im Jahr 2012 dennoch mit einem Ergebnis in etwa auf Höhe des Vorjahres (EBIT 2011 vor Sonderfaktoren: 2,37 Mrd. €), obgleich angesichts der oben beschriebenen Belastungen sowie mit Blick auf die unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eine Prognose zu diesem frühen Zeitpunkt mit Risiken behaftet ist. Für 2013 rechnet die METRO GROUP analog zur positiven Umsatzentwicklung mit einem Ergebnisanstieg. 

Entwicklung der Geschäftssegmente

Metro Cash & Carry

Der Umsatz von Metro Cash & Carry stieg 2011 um 0,2% auf 31,2 Mrd. € (in Landes­währung +1,4%). Dabei hat der Marktaustritt aus Marokko das Umsatzwachstum beein­trächtigt. Der Belieferungsumsatz konnte sein kräftiges Wachstum fortsetzen und erreichte rund 1,6 Mrd. €. Der Umsatzanteil der Eigenmarkenprodukte wuchs ebenfalls kräftig und belief sich 2011 auf 15,7% - eine Steigerung um 2,4 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Der Anteil des internationalen Geschäfts am Gesamtumsatz von Metro Cash & Carry nahm erneut von 82,9% auf 83,5% zu. In Deutschland ging der Umsatz im Geschäfts­jahr 2011 im Wesentlichen aufgrund von Standortabgaben und Desinvestitionen um 2,8% auf 5,2 Mrd. € zurück. Flächenbereinigt legte der Umsatz hingegen leicht um 0,1% zu. 

Das EBIT vor Sonderfaktoren stieg um 4,0% auf 1.148 Mio. €. Dieser Ergebnis­anstieg ist insbesondere auf Margenverbesserungen im Rahmen von Shape 2012 zurück­zuführen. Hierbei wirkte sich auch der höhere Umsatzanteil der Eigenmarken positiv auf die Margenentwicklung aus. 

Real

Der Umsatz von Real sank im Jahr 2011 unter anderem bedingt durch Standortabgaben um 2,3% auf 11,2 Mrd. € (in Landeswährung -1,4%). Vor allem das weiterhin schwierige Geschäft mit Nicht-Lebensmitteln sowie das enttäuschende Weihnachtsgeschäft belasteten die Entwicklung. Auf vergleichbarer Fläche verringerte sich der Umsatz nur um 0,8%. In Deutschland ging der Umsatz 2011 um 1,6 Prozent auf 8,3 Mrd. € zurück. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf Standortabgaben zurückzuführen: Der flächen­bereinigte

Umsatz lag auf dem Niveau des Vorjahres. 

Das EBIT vor Sonderfaktoren stieg um 2 Mio. € auf 134 Mio. €. 

Media-Saturn

Media-Saturn hat seine führende Marktposition in Europa auch im Jahr 2011 bestätigt. Der Umsatz ging im Gesamtjahr 2011 bedingt durch schwierige konjunkturelle Bedingungen sowie die Abgabe der französischen Saturn-Elektrofachmärkte um 0,9% auf 20,6 Mrd. € zurück. Der seit dem dritten Quartal konsolidierte Internethändler Redcoon hat dabei positiv zur Umsatzentwicklung beigetragen. 2011 betrug der Internetumsatz inklusive Redcoon 348 Mio. €. In Deutschland legte der Umsatz im Jahr 2011 um 2,0% zu und wurde durch die Akquisition von Redcoon gestützt. Sowohl die neue Preisstrategie bei Media Markt, die von den Kunden sehr gut angenommen wurde, als auch der erfolgreiche Start von www.saturn.de am 10. Oktober 2011 trugen zu diesem Anstieg bei. 

Das EBIT vor Sonderfaktoren sank um 83 Mio. € auf 542 Mio. €. Der Rückgang spiegelt auch die gestiegenen operativen Kosten für den Markteintritt in China sowie für den Aufbau des Online-Geschäfts wider. Nach Sonderfaktoren betrug das EBIT von Media-Saturn 493 Mio. € nach 492 Mio. € im Vorjahr. 

Galeria Kaufhof

Der Umsatz von Galeria Kaufhof sank 2011 gegenüber dem Vorjahr um 3,7% auf 3,4 Mrd. €. Die untypische Witterung hat den Verkauf von Saisonware beeinträchtigt. Darüber hinaus stellt Galeria Kaufhof den Verkauf des margenschwachen Technik­sortiments ein, um die Verkaufsfläche mit für Warenhäuser typischen Produktkategorien wie Lederwaren, Schuhe und Accessoires profitabler zu nutzen. 

Das EBIT vor Sonderfaktoren sank um 17 Mio. € auf 121 Mio. €. 

Immobilien

Das Immobiliensegment der METRO GROUP erzielte ein EBIT vor Sonderfaktoren in Höhe von 643 Mio. €. Dies ist ein Rückgang um 55 Mio. €, der im Wesentlichen aus geringeren Erträgen aus dem aktiven Portfoliomanagement sowie aus niedrigeren Nettomieterträgen aufgrund abgegangener Standorte resultierte. 

Geschäftszahlen 2011

METRO GROUP  2010
(in Mrd. €)
2011
(in Mrd. €)
Veränderung Veränderung in Landeswährung
Umsatz 67,3 66,7  -0,8%  -0,2% 
Deutschland 26,1 25,9  -1,0%  -1,0% 
Westeuropa (ohne D) 21,5  20,9  -3,1%  -3,6% 
Osteuropa  16,9  17,0  0,4% 3,3% 
Asien/Afrika  2,7  3,0  11,2%  14,3% 
EBIT (vor Sonderfaktoren) 2.415  2.372  -1,8%   

METRO Cash & Carry  2010
(in Mrd. €)
2011
(in Mrd. €)
Veränderung
Veränderung in Landeswährung
Umsatz
31,1  31,2  0,2%  1,4% 
Deutschland
5,3  5,2  -2,8%  -2,8% 
Westeuropa (ohne D)
11,9  11,8  -0,9%  -0,8% 
Osteuropa  11,4  11,5  0,7%  3,2% 
Asien/Afrika
2,5  2,7  9,4%  12,7% 
EBIT (vor Sonderfaktoren)
1,104  1.148  4,0%   

Real  2010
(in Mrd. €)
2011
(in Mrd. €)
Veränderung
Veränderung in Landeswährung
Umsatz
11,5  11,2  -2,3%  -1,4% 
Deutschland
8,4  8,3  -1,6%  -1,6% 
Osteuropa  3,1  2,9  -4,3%  -0,9% 
EBIT (vor Sonderfaktoren)
132 Mio.  134 Mio.  1,2%   

Media-Saturn 2010
(in Mrd. €)
2011
(in Mrd. €)
Veränderung
Veränderung in Landeswährung
Umsatz
20,8  20,6  -0,9%  -1,0% 
Deutschland
9,1  9,3  2,0%  2,0% 
Westeuropa (ohne D)
9,3  8,7  -6,2%  -7,4% 
Osteuropa  2,4  2,5  4,9%  9,2% 
Asien/Afrika
9 Mio.  92 Mio. 
EBIT (vor Sonderfaktoren)
625 Mio. 542 Mio. -13,4%   

Galeria-Kaufhof 2010
(in Mrd. €)
2011
(in Mrd. €)
Veränderung
Veränderung in Landeswährung
Umsatz
3,6  3,5  -3,7%  -3,7% 
Deutschland
3,3  3,1  -4,4%  -4,4% 
Westeuropa  0,3  0,3  3,1%  3,1% 
EBIT (vor Sonderfaktoren)
138 Mio. 121 Mio. -12,5%   

Immobilien  2010
(in Mrd. €)
2011
(in Mrd. €)
Veränderung
Umsatz
698 Mio. 643 Mio. -7,9% 

Geschäftszahlen 4. Quartal 2011

Sales  Q4 2010
(in Mrd. €)
Q4 2011
(in Mrd. €)
Veränderung
Veränderung in Landeswährung
METRO GROUP 19,7 19,5 -1,3% -0,2%
Metro Cash & Carry 8,6 8,6 -0,4% +1,2%
Real 3,3 3,1 -3,9% -2,1%
Media-Saturn 6,6 6,6 -0,5% -0,1%
Galeria Kaufhof
1,2 1,1 -4,6% -4,6%

EBIT before special items Q4 2010
(in Mrd. €)
Q4 2011
(in Mrd. €)
Veränderung
METRO GROUP 1.500 1.307 -12,9%
Metro Cash & Carry 582 579 -0,4%
Real 157 121 -23,0%
Media-Saturn 378 379 -0,0%
Galeria Kaufhof  165 161 -2,8% 
Immobilien 297 123 -58,4%

Service

Die METRO GROUP zählt zu den bedeutendsten internationalen Handelsunternehmen. Sie erzielte im Jahr 2011 einen Umsatz von rund 67 Mrd. €. Das Unternehmen ist in 33 Ländern an rund 2.200 Standorten tätig und beschäftigt über 280.000 Mitarbeiter. Die Leistungsfähigkeit der METRO GROUP basiert auf der Stärke ihrer Vertriebsmarken, die selbst­ständig am Markt agieren: Metro/Makro Cash & Carry - international führend im Selbstbedienungsgroßhandel, Real-SB-Warenhäuser, Media Markt und Saturn - euro­päischer Marktführer im Bereich Elektrofachmärkte, sowie Galeria Kaufhof Waren­häuser.