Real und Verdi einigen sich auf Eckpunkte für Zukunftspaket

  • Durchbruch bei Tarifverhandlungen - Einigung auf dreieinhalbjähriges Zukunftspaket
  • Voraussetzungen für weitere Investitionen in Real geschaffen
  • Grundlage für verbesserte Wettbewerbsfähigkeit von Real
  • Einigung steht unter Vorbehalt der Zustimmung der Verdi-Mitglieder bei Real

Die Verhandlungskommissionen von Real und der Gewerkschaft Verdi haben sich heute auf die Eckpunkte für eine Lösung in den Tarifverhandlungen geeinigt. Über das Ergebnis der Einigung sollen nun die Verdi-Mitglieder bei Real zeitnah abstimmen. Die Einigung auf ein Zukunftspaket mit dreieinhalbjähriger Laufzeit sieht im Wesentlichen vor, dass Real die Flächentarifverträge des Einzelhandels grundsätzlich anerkennt und dass Verhandlungen zu einer neuen Entgeltstruktur für das Unternehmen ab Oktober 2016 aufgenommen werden. Darüber hinaus haben sich beide Seiten auf deutliche kurzfristige Einsparungen bei Tariferhöhungen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld verständigt. Auch die leitenden Angestellten werden einen deutlichen Beitrag bei den Einsparungen leisten. Im Gegenzug wurden umfangreiche Regelungen zur Standort- und Beschäftigungssicherung verabschiedet. Damit sind die Voraussetzungen für die geplanten Investitionen in die Modernisierung von Real in Höhe von 1 Mrd. Euro in den kommenden fünf Jahren gegeben.

"Die Einigung mit Verdi zur Aufnahme von Verhandlungen über eine Entgeltstruktur, die wettbewerbsfähig ist und gute Arbeitsbedingungen schafft, ist für Real richtungsweisend", sagt Olaf Koch, Vorstandsvorsitzender der METRO AG. "Wir sind überzeugt von der Zukunftsfähigkeit des Formats Real, davon, dass ein Vollsortimentsformat mit erhöhtem Service und einer erhöhten Emotionalisierung im deutschen Markt erfolgreich verankert werden kann. Für die dafür notwendigen Investitionen in die weitere Modernisierung von Real hat die heutige Einigung nun die Voraussetzung geschaffen."

Henning Gieseke und Patrick Müller-Sarmiento, Vorsitzende der Geschäftsführung von Real, sagen: "Das Zukunftspaket ermöglicht uns, Investitionen in Wachstumsbereiche voranzutreiben. Auch, wenn dies von allen Beteiligten Einschnitte verlangt, haben Mitarbeiter, Management aber auch Betriebsrat und Gewerkschaft nun die Chance, den Beweis anzutreten, dass man im deutschen Lebensmitteleinzelhandel auch mit voll mitbestimmten Strukturen erfolgreich sein kann. Hierfür ist die heutige Einigung ein guter Startpunkt."

Die Vereinbarung sieht im Detail vor, dass Real grundsätzlich die Flächentarifverträge des Einzelhandels anerkennt. Real gibt jedoch die Tariferhöhungen für die Jahre 2015 bis 2017 zunächst nicht weiter. Ab 2018 wird die Vergütung der Mitarbeiter dann stufenweise wieder auf das Flächentarifniveau zurückgeführt. Zudem wird das tarifliche Urlaubsgeld für die Kalenderjahre 2017 bis 2019 auf 40% reduziert, das Weihnachtsgeld für die Kalenderjahre 2016 bis 2018 ebenfalls auf 40% für 2019 auf 70%. Die leitenden Angestellten erhalten im Gegenzug von 2015 bis 2019 keine Erhöhung der Grundvergütung und leisten darüber hinaus noch einen deutlichen Einsparungsbeitrag. Diese Maßnahmen führen insgesamt zu signifikanten kurzfristigen Kosteneinsparungen für Real. Für eine mittelfristig neue Entgeltstruktur sollen die Verhandlungen im Oktober 2016 beginnen mit dem Ziel, diese im ersten Quartal 2018 zu beenden. Ebenso wurden umfangreiche Regelungen zur Standort- und Beschäftigungssicherung verabschiedet.

Im Juni 2015 war Real in eine sogenannte Mitgliedschaft ohne Tarifbindung (OT) innerhalb des Handelsverbands Deutschland gewechselt und hatte Verdi umgehend Verhandlungen über einen Haustarifvertrag angeboten. Real hatte sich seinerzeit für die OT-Mitgliedschaft infolge struktureller Nachteile bei den Personalkosten entschieden, die bis zu 30 Prozent höher als die der Wettbewerber liegen.

"Wir haben in den Gesprächen mit Verdi und unserem Betriebsrat um eine gute Lösung für Real und die Mitarbeiter von Real gerungen. Mit der Einigung haben wir nun eine für beide Seiten tragbare Lösung gefunden", sagt Heiko Hutmacher, Personalvorstand der METRO AG und Verhandlungsführer. "Mit derselben Einstellung werden wir nun in die Verhandlung im Oktober gehen, um eine wettbewerbsfähige Entgeltstruktur für Real zu erzielen. Gleichzeitig unterstützen wir die Bestrebungen des HDE für die notwendige Reformierung des Flächentarifs und eine breitere Einbeziehung des Handels in Tarifverträge. Für uns ist das Ziel eine wettbewerbsgerechte Modernisierung - über den Flächentarif oder als eigenständige Tariflösung für Real."

 

Die METRO GROUP zählt zu den bedeutendsten internationalen Handelsunternehmen. Sie erzielte im Geschäftsjahr 2014/15 einen Umsatz von rund 59 Mrd. €. Das Unternehmen ist in 29 Ländern an über 2.000 Standorten tätig und beschäftigt mehr als 220.000 Mitarbeiter. Die Leistungsfähigkeit der METRO GROUP basiert auf der Stärke ihrer Vertriebsmarken, die selbständig am Markt agieren: METRO/MAKRO Cash & Carry - international führend im Selbstbedienungsgroßhandel, Media Markt und Saturn - europäischer Marktführer im Bereich Elektrofachmärkte, und Real SB-Warenhäuser.