Aufteilung der METRO GROUP nimmt konkrete Formen an

5. September 2016

  • Nach der Analysephase leitet der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats offiziell die Vorbereitung zur Teilung des Konzerns ein
  • Aufsichtsratsvorsitze und Vorstandspositionen vorgeschlagen
  • Weichen für gesellschaftsrechtliche und steuerliche Aufstellung sowie solide Kapitalstruktur gestellt
  • Erhöhung des Grundkapitals nicht beabsichtigt
  • Investment Grade-Ratings für beide Unternehmen erwartet
  • Organisatorische pro-forma Trennung zum 30. September
  • Aufteilung der beiden Unternehmen und Listing weiterhin für Mitte 2017 geplant

Nach erfolgreichem Abschluss der Analysephase nimmt die geplante Aufteilung der METRO GROUP in zwei unabhängige, leistungsstarke und börsennotierte Handelsunternehmen konkrete Formen an: die notwendigen gesellschafts- und steuerrechtlichen Einzelheiten und die jeweilige Kapitalstruktur der beiden Unternehmen wurden geklärt. Heute hat der Vorstand der METRO AG nach Abschluss der Prüfungen entschieden, die für eine Teilung der METRO GROUP erforderlichen Vorbereitungsmaßnahmen einzuleiten. Der Aufsichtsrat stimmte den Plänen auf seiner außerordentlichen Sitzung ebenfalls am Montag zu. Ab dem 30. September wird das Unternehmen pro-forma in zwei organisatorisch voneinander getrennte Einheiten geteilt.

"Wir haben in den vergangenen Monaten die geplante Aufteilung unseres Konzerns in zwei leistungsstarke, fokussierte Handelsunternehmen intensiv analysiert", sagte Olaf Koch, Vorstandsvorsitzender der METRO AG. "Nun schaffen wir die ersten wichtigen Voraussetzungen und leiten entsprechende Maßnahmen ein. Mit der organisatorischen Trennung machen wir den ersten großen Schritt, einen international führenden Großhandels- und Lebensmittelspezialisten sowie den europäischen Marktführer für Unterhaltungselektronik-Produkte und Dienstleistungen zu schaffen. Die Entwicklung der vergangenen Monate bestärkt uns in unserer Überzeugung, dass beide Einheiten, die kaum operative Überschneidungen und Synergien aufweisen, eigenständig noch erfolgreicher sein werden."

Technisch wird die Aufteilung des Konzerns dadurch erreicht, dass das Großhandels- und Lebensmittelgeschäft (METRO Cash & Carry und Real) sowie weitere, dazugehörige Gesellschaften und Geschäftsaktivitäten wie Logistik, IT und Immobilien ausgegliedert und abgespalten werden. Der verbleibende Konzernteil fokussiert sich dann auf den Unterhaltungselektronik-Sektor. Wesentlicher Eckpfeiler der neuen Gruppe ist die rund 78%ige Mehrheitsbeteiligung an Media-Saturn sowie an weiteren verbundenen Unternehmen.

Zugleich sind folgende entscheidende Personalien für die beiden neuen Einheiten vorgesehen: Jürgen B. Steinemann soll seinen bisherigen Aufsichtsratsvorsitz der METRO AG in der späteren Großhandels- und Lebensmittelgesellschaft fortführen und Jürgen Fitschen, seit 2008 Mitglied im Aufsichtsrat der METRO AG, soll den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden der künftigen Unterhaltungselektronikgruppe übernehmen. Ferner wird vorgeschlagen, folgende Besetzungen bei der Großhandels- und Lebensmittelgesellschaft vorzunehmen:

  • Chief Executive Officer (CEO): Olaf Koch, wie bereits kommuniziert
  • Chief Financial Officer (CFO): Christian Baier, derzeit CFO METRO Cash & Carry
  • Chief Operating Officer (COO): Pieter Boone, derzeit Vorstandsmitglied METRO AG verantwortlich für METRO Cash & Carry
  • Chief Human Resources Officer (CHRO): Heiko Hutmacher, derzeit Vorstandsmitglied und CHRO METRO AG

Bei der Unterhaltungselektronikgruppe wird folgende Vorstandsbesetzung vorgeschlagen:

  • Chief Executive Officer (CEO): Pieter Haas, wie bereits kommuniziert
  • Chief Financial Officer (CFO): Mark Frese, derzeit Vorstandsmitglied und CFO METRO AG
  • Chief Legal and Compliance Officer (CLCO): Dieter Haag Molkenteller, derzeit Group Director Legal Affairs & Compliance METRO AG

Allen Vorstandspersonalien müssen die zuständigen Aufsichtsräte noch zustimmen; die Aufsichtsratspersonalien stehen unter dem Vorbehalt der Wahl durch die Hauptversammlung bzw. den Aufsichtsrat.

Parallel dazu hat die METRO GROUP die Strategien der beiden künftigen Unternehmen definiert und dazu auch klare Kapital- und Steuerstrukturen entwickelt. Das Konzept zur Umsetzung der Teilung wurde auch bereits mit der Finanzverwaltung abgestimmt. Es wird weiterhin für beide Unternehmen ein Rating im Bereich "Investment Grade" erwartet. Eine Erhöhung des Grundkapitals der METRO AG ist nicht beabsichtigt. Um die Kapitalbasis des Unterhaltungselektronik-Geschäfts zu stärken, ist eine 10%ige Beteiligung am Großhandels- und Lebensmittelgeschäft geplant. Nahezu alle bestehenden Finanzverbindlichkeiten der Gruppe werden von der Großhandels- und Lebensmitteleinheit übernommen. "Die neue Kapitalstruktur verschafft beiden Einheiten Stabilität und Raum für weiteres Wachstum. Beide Unternehmen sind für die Zukunft gut aufgestellt", sagte Olaf Koch.

Ende März 2016 hatte der Vorstand der METRO AG angekündigt, die Trennung des Konzerns in einen Großhandels- und Lebensmittelspezialisten und in ein auf Unterhaltungselektronik-Produkte und Dienstleitungen fokussiertes Unternehmen als logischen nächsten Schritt in der Transformation der METRO GROUP zu prüfen. Beide Unternehmen sollen als separate Aktiengesellschaften mit eigener Börsennotierung, Profil, Vorstand und Aufsichtsrat geführt werden. Hintergrund ist die Überzeugung, dass sich beide Gesellschaften durch eine Konzentration auf ihre jeweiligen Branchen und Kundensegmente größere Wachstumsperspektiven erschließen können. Sitz beider Unternehmen wird wie bisher Düsseldorf sein.

 

Die METRO GROUP zählt zu den bedeutendsten internationalen Handelsunternehmen. Sie erzielte im Geschäftsjahr 2014/15 einen Umsatz von rund 59 Mrd. €. Das Unternehmen ist in 29 Ländern an über 2.000 Standorten tätig und beschäftigt mehr als 220.000 Mitarbeiter. Die Leistungsfähigkeit der METRO GROUP basiert auf der Stärke ihrer Vertriebsmarken, die selbständig am Markt agieren: METRO/MAKRO Cash & Carry - international führend im Selbstbedienungsgroßhandel, Media Markt und Saturn - europäischer Marktführer im Bereich Elektrofachmärkte, und Real SB-Warenhäuser.